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Mittwoch, 26. April 2017 00:14 
Evolutionstheorie und die Religionen
 
Geschrieben von Alexander am Mittwoch, 28. Dezember 2005


Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.

Und Gott sprach:
Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.



Und Gott sprach:
Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern. Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so. Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag.

...

Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte. So sind Himmel und Erde geworden, als sie geschaffen wurden. Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte.

Diese Passage aus dem alten Testament der Bibel ist der wohl bekannteste Schöpfungsmythos; daneben existieren noch viele weitere, ob in der griechischen Mythologie oder im Islam.

Was macht den Mensch zum Menschen?
Sind wir in der Tat die Spitze der Schöpfung / der Evolution?
Religionen bieten Orientierung und beruhigen das Volk und den Einzelnen im Letzten. Religionen geben andererseits dem Zufall des Daseins einen Sinn. Die Existenz eines jeden einzelnen Individuums ist schließlich eine Verkettung vieler unwahrscheinlicher Ereignisse.

Das Werk "On the Origion of Species" von Charles Darwin, welches 1859 die moderne Evolutionslehre begründete, ist wohl nur schwerlich mit der Schöpfungsgeschichte überein zu bringen.

Die Evolution im biologischen Sinne ist eine stammesgeschichtliche Entwicklung von niederen zu höheren Formen des Lebendigen.
Dagegen sind Schöpfungsgeschichten i.d.R. dogmatisch und zielgerichtet.

Indirekt gesteuert wird der Prozess der Evolution vom Prinzip 'survival of the fittest' (Hybris) - so wird sichergestellt, dass nur die 'besten' Gene weitergegeben werden, und damit die Überlebenschancen der Nachkommen erhöht werden. Allerdings ist diese 'Steuerung' nicht auf ein vorgegebenes Merkmal oder eine Eigenschaft eines Individuums gerichtet. Vielmehr versucht die Evulotion auf Gegebenheiten zu reagieren. Evulotion agiert also nicht, sie reagiert.
Als Motor der Evolution kann man, dieser Illustration folgend, den Fortpflanzungs- und Überlebenstrieb bezeichnen.

Es gilt heute als unbestritten, dass sich jede Art, jede Spezies aus primitiveren Vorfahren entwickelt hat, komplexere Lebewesen aus einfachen hervorgegangen sind und sich die Anpassung (Adaptation) von Organismen zunehmend verbessert hat. Ähnlich also wie in der Mathematik - komplexe Gebilde fußen auf simplen Axiomen.

Selbst die katholische Kirche erkennt seit dem Jahre 1996 die Evolutionstheorie an. Papst Johannes Paul II erklärte in einer Botschaft an die päpstliche Akademie der Wissenschaften, die Evolutionstheorie sei "mehr als eine Hypothese" und sieht sie im Einklang mit der biblischen Schöpfungsgeschichte.

Um die Unterschiede herauszuarbeiten klären wir zunächst den zentralen Begriff der Evolutionstheorie:
Die Evolutionstheorie ist eine wissenschaftliche Theorie der Biologie, welche sich im wesentlichen mit den Einzelheiten und den Rahmenbedingungen der Evolution als Prozess beschäftigt.
Grundaussagen der Evolutionstheorie (und der Selektionstheorie) sind:

  • Evolution findet kontinuierlich statt.
  • Evolutionäre Änderungen sind nicht umkehrbar (Dollosche Regel).
  • Evolutionäre Mutationen sind nicht zielgerichtet, sondern vielmehr eine 'Reaktion' auf gewisse Gegebenheiten.
  • Die Evolution wirkt auf allen Ebenen der belebten Welt: vom Molekül bis zum Ökosystem.
  • Jedes Individuum ist einer natürlichen Selektion (einem Selektionsdruck) unterworfen. Je besser ein Idividuum an seine Umwelt angepasst ist bzw. die Umwelt an sich anpassen kann, desto höher sind die Chancen dessen sich fortzupflanzen und zu überleben.
  • Individuen einer Art sind untereinander nicht gleich. Innerhalb einer jeden Art läßt sich für jedes Merkmal eine beträchtliche Variation feststellen.

Seit dem Jahr 1859, in welchem das große Werk "Die Entstehung der Arten" von Charles Darwin veröffentlicht wurde, hat sich die Evolutionstheorie in vielfacher Hinsicht weiterentwickelt und verändert. Als direkter Nachfolger der Darwinschen Evolutionstheorie gilt die Neodarwinistische Evolutionstheorie. Insbesondere Ernst Mayr entwickelte diese zur synthetischen Theorie der Evolution weiter.
Kein Zweifel: Es finden sich noch Lücken im Wissen um die Evolution oder die Entstehungsgeschichte der Menschen, doch Wissenschaftler sind, insbesondere wegen neuester technischer Erungenschaften, diesbezüglich optimistisch.

Weitere wichtige Erkenntnisse, welche das heutige Bild in der modernen Wissenschaft ausmachen, werden im Folgenden stichpunktartig skizziert:

  • 1865:
    Der Augustinermönch Gregor Mendel veröffentlicht nahezu unbemerkt die Ergebnisse seiner Kreuzungsstudien mit Erbsenpflänzchen. Die Mendelschen Vererbungsgesetze geben erste Hinweise auf das Vorhandensein der Gene.
  • 1901:
    Der Niederländer Hugo de Vries entdeckt die Mendelschen Gesetze neu. In seiner "Mutationstheorie" erklärt er spontane Veränderungen des Erbgutes zu einem Hauptbestandteil der Evolution.
  • 1953:
    James Watson und Francis Crick entdecken die doppelsträngige Helixstruktur des Erbmoleküls DNA.

Auch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse bestätigen zumind. den Kern der ursprünglichen Evolutionstheorie von Charles Darwin.
Dennoch ist es für viele nur schwer zu begreifen, dass alle organische Komplexität dieser unserer Erde, selbst die menschliche Intelligenz oder das Bewußtsein, von einem ziellosen Prozess der Evolution hevorgebracht sein soll.
Die wissenschaftlichen Grundlagen der Biologie durch einen christlichen Theismus zu ersetzen, wäre sicherlich kein vernünftiger Weg, denn nichts in der Biologie ergibt Sinn, außerhalb des Lichtes der Evolution.
Die moderne Wissenschaft als Mörder Gottes überführen zu wollen ist ebenso absurd, denn einzig und allein jeder einzelne Mensch ist im Stande einen möglichen Gott zu vergessen bzw. nicht mehr an diesen zu glauben.
"Der erste Schluck aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott - so der Physiker Werner Heisenberg. An den Grenzen unserer Erkenntnisse wartet doch stets etwas Mysteriöses, vielleicht also wartet genau dort Gott, Allah, Jawe, JHWH oder Budda auf uns. Doch dies muss jeder für sich selbst herausfinden.

The complete work of Charles Darwin online - hier findet man Kopien der Originalarbeiten von Charles Darwin.

Evolutionstheorie und die Religionen

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