Mathematik Informatik Philosophie Diverses Kontatkt FAQ
Benutzername:
Passwort:
 Home > News
Mittwoch, 26. Juli 2017 16:45 
Die Sophisten
 
Geschrieben von Alexander am Dienstag, 07. März 2006

Die Sophistik, von griechisch σοφιστής (sophistés) was soviel wie "Weisheitsbringer" bedeutet.

Im 6. und 5. Jahrhundert vor Christus erwachte das philosophische Denken nahezu gleichzeitig an verschiedensten Stellen des damaligen Griechenlands, welches sich zur philosophischen Weltansicht verdichtet.
Gleichsam in aller Jugendfrische treten uns die mannigfachsten Möglichkeiten einer natürlichen Welterklärung entgegen. Alle Richtungen der griechischen und abendländischen Philosophie haben hier ihre Wurzeln und ihre Vorgänger. Fast jedes Problem, das in der späteren Philosophie eine Rolle gespielt hat wurde bereits in dieser Zeit vorgedacht, wenn nicht sogar gelöst.



Seit der siegreichen Verteidigung der griechischen Freiheit in den Kriegen gegen die Perser (500-499 v.Chr.) entstand in Griechenland und vor allem in Athen, das nun zum geistigen und politischen Mittelpunkt wurde, Wohlstand und Reichtum, und damit stieg auch das Bedürfnis nach höherer Bildung. Die demokratische Verfassung erhob die Kunst der öffentlichen Rede zu wachsender Bedeutung. In den Volksversammlungen und vor Gericht hatte derjenige den Vorteil, der seine Sachen mit den besten Argumenten und in geschicktesten Form zu vertreten wußte. Wer Karriere machen wollte -wozu grundsätzlich jedem Bürger der Weg offenstand-, bedurfte einer gründlichen Ausbildung als Staatsmann und Redner.
Diesem Bedürfnis kamen die so genannten Sophisten entgegen. Das griechische Wort 'Sophistai' heißt "Lehrer der Weisheit" - ursprünglich war dieser Begriff also ein Synonym für Denker und Weise. Die Sophisten zogen als Wanderleherer von Stadt zu Stadt und erteilten gegen Bezahlung unterricht in den verschiedensten Künsten und Fertigkeiten, insbesondere in der Rhetorik. Die Sophisten waren also keine Philosophen im eigentlichen Sinne, vielmehr Praktiker, welche für allgemeine Theorien wenig übrig hatten.

Die Sophisten zweifelten an der Zuverlässigkeit der Sinne und damit an der grundsätzlichen Erkenntnisfähigkeit. Deshalb waren damals die meisten Sophisten der Auffassung, dass es eine objektive Erkenntnis unmöglich sei.
Gibt es also keinen objektiven Maßstab, welche Partei recht hat, so wird es eben darauf ankommen wer recht behält, d.h. wer seinen Standpunkt am geschicktesten durchzusetzen vermag. In einer Demokratie zählt die Stimme und die Stimme formt die Worte und die Worte bewegen die Menschen. Wortgewandte Redner konnten sich dadurch also einen klaren Vorteile verschaffen. Es ist also auch nicht verwunderlich, dass die Sophisten oftmals als Rechtsberater und politische Berater (Lobbyisten) arbeiteten, was natürlich einen Beigeschmak in sich trägt.
Die Skepsis, dass keine objektive Erkenntnis möglich sei, und damit letztlich nur der Ausgang bzw. das Ergebnis zählt, dehnten die Sophisten alsbald auf die Moral aus. Menschliches Handeln sollte nach den Sophisten also nur noch nach dem Erfolg gemessen werden. So wurde die Rhetorik in den Händen der Sophisten zu einem Mittel der Überredung mehr als der Überzeugung, und in ethischer Hinsicht gab es für sie kein objektives, alle bindendes Recht, sondern nur ein Recht des Stärkeren.

Die Sophisten bildeten niemals eine zusammenhängende Schule, sondern lebten und lehrten als einzelne. Sie weichen daher in mannigfacher Hinsicht voneinander ab. Das oben gesagte ist also nur im großen und ganzen richtig, nicht jedoch allgemeinverbindlich für jeden Sophisten.
Der wohl bedeutendeste Sophist war Protagoras aus Abdera, der etwa von 480 bis 410 v.Chr. gelebt hat. Er durchwanderte ganz Griechenland und lehrte als einer der ersten die Kunst, in Rechtshandel und Politik die eigene Sachen überzeugend zu vertreten. Dabei erwarb er Ruhm und Reichtum. Der berühmteste und bis heute wohlbekannte Ausspruch Protagoras "Der Mensch ist das Maß aller Dinge, des Seienden für sein Sein, des Nichtseienden für sein nichtsein." - damit ist gemeint: Es gibt keine absolute Wahrheit, sondern nur eine relative, keine objektive, sondern nur eine subjektive. Jeder Mensch induziert also sein eigenes individuelles Maß. Von der Gesamtheit der Menschen oder aber von einer Mehrheit kann dagegen kein allgemeines Maß abgeleitet werden.
Ergänzend erwähnen wir, dass neben Protagoras Gorgias von Leontinoi der bekannteste Sophist war.

Platon, Schüler Sokrates, sollte ein entschiedener Gegner der Sophisten werden. Dieser kritisierte insbesondere die Annahme, dass kein objektives Maß für Wahrheit und Gerechtigkeit exisitert.

Weiterführende Links:
die letzten 5 Artikel

Artikel-Archiv

Einstellungen



Artikel Bewertung
Ergebnis: 5
Stimmen: 1


Bitte nehmen Sie sich die Zeit und bewerten diesen Artikel:
Excellent
Sehr gut
Gut
Okay
Schlecht


Verwandte Links

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema Griechische Philosophie:


Alle Logos und Warenzeichen auf dieser Seite sind Eigentum der jeweiligen Besitzer und Lizenzhalter.
Im übrigen gilt Haftungsausschluss. Weitere Details finden Sie im Impressum.
Die Inhalte dieser Seite sind als RSS/RDF-Quelle verfügbar.
Die Artikel sind geistiges Eigentum des/der jeweiligen Autoren,
alles andere © 2004 - 2017 by mathematik-netz.de

Seitenerstellung in 0.0739 Sekunden, mit 54 Datenbank-Abfragen