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Der edle Sokrates und die Vernunft
 
Geschrieben von Alexander am Mittwoch, 08. März 2006

Sokrates Sokrates wurde um 470 v.Chr. als Sohn eines Steinmetzen und einer Hebamme in Athen geboren. Seine Heimatstadt hat er nur zur Teilnahme an Feldzügen, bei denen er sich durch Tapferkeit und die Fähigkeit Strapazen zu ertragen auszeichnete, verlassen. Seine äußere Erscheinung, nach einer erhaltenen Porträtbüste zu urteilen, entspricht weder dem herkömmlichen Bild eines Griechen noch dem eines Philosophen. Die kräftige gedrungene Gestalt, der breite Kopf, das runde Gesicht mit platter Nase, seine ganze Haltung deuten eher auf einen Handwerker hin, der er ja nach seiner Herkunft auch war.

Den von seinem Vater erlernten Beruf vernachlässigt er aber frühzeitig und ebenso seine Familie, um sich ganz der Lehrtätigkeit zu widmen, zu der er die Berufung fühlte und die in dieser Art vor ihm noch niemand ausgeübt hatte.

Sokrates war ein Witzbold und Straßenredner, Tag für Tag bewegte er sich, einfach, fast ärmlich gekleidet, auf den Straßen und Plätzen Athens. Meist folgte Ihm eine bunte Schar von Schülern, unter ihnen viele Jünglichnge aus den frührenden Familien der Stadt. Im Gegensatz zu den Sophisten lehrte er jedoch unentgeltlich. Die Lehrtätigkeit bestand ganz im Gespräch, in einem Art Frage-und-Antwort-Spiel, das auch unter dem Begriff Mäeutik bekannt ist. Dabei handelt es sich um eine Art „geistige Geburtshilfe“:


Sokrates versucht seinen Gesprächspartner durch Fragen (nicht durch Belehrungen, wie es die Sophisten praktizierten) von seinem Standpunkt abzuholen, und Widersprüche oder Vorurteile durch dessen eigene Einsichtsfähigkeit aufzudecken.

Was für Wahrheit gehalten wird stellt sich als Nonsense heraus, nichts als ein haufen Vorurteile, gespeist aus den Wünschen und der Borniertheit der Menschen. Große Verunsicherung ist oftmals die Folge. Deshalb ist es nicht zufällig, dass das Theater und die Philosophie zur gleichen Zeit entstehen.

Auch für den Philosophen ist das Leben ein Theater, aber für Ihn ist das Schauspiel auf der Bühne eine Illusion, die nur die Naiven für Realität halten. Er aber interessiert sich für die Hinterbühne. Kurz um: Ein Philosoph sieht der Realität unter den Rock, sucht die nackte Wahrheit.

Sokrates war ein entschiedener Gegner der Auffassung -der meisten- Sophisten, dass es keine allgemeingültige Normen (auch was die Moral betrifft) geben könne. Er war darauf erpicht, wie sein bekanntester Schüler Platon, dies zu beweisen. Von Sokrates existieren heute leider überhaupt keine Schriften, alles was bekannt ist (und dies ist auch kritisch zu bewerten) ist aus Überlieferungen von seinen Schülern und Freunden (z.B. Platon) entnommen.

Im Alter von 70 Jahren wurde Sokrates zum Tode wegen Gottlosigkeit und verderblichen Einflusses auf die Jugend angeklagt und verurteilt. Gottlosigkeit (Asebie) bedeutete, nicht an die Staatsgötter Athens zu glauben, ein Verbrechen, das mit dem Tod durch Vergiften (Schierlingsbecher) geahndet wurde.
In seiner überlieferten Verteidigungsrede stritt er beide Vorwürfe ab, indem er die Gründe für sein öffentliches Verhalten offenlegte. Ein demokratischer Gerichtshof Athens befand Sokrates mit knapper Stimmenmehrheit (281 von 500 Stimmen) für schuldig. Die politische Lage, ein erbitterter Parteienkampf aber auch die bestimmt oftmals unangenehmen Fragen Sokrates trugen ihren Teil zu diesem Urteil sicherlich bei. Die Richter verurteilten ihn nun mit einer Mehrheit von 361 Stimmen zum Tod durch Trinken des Schierlingsbechers.
Sokrates hätte sein Leben retten können, wenn er bereit gewesen wäre, die Anklage als berechtigt anzuerkennen oder Athen zu verlassen, wie sein Freund Kriton ihm dies eindringlich nahelegte. Beides lehnte Sokrates jedoch ab, zum einen sicherlich aufgrund seines hohen Alters, zum anderen jedoch auch aufgrund seines edlen Charakters.
Die Verhandlung und der Tod Sokrates sind in Platons Schriften Apologie, Kriton und Phaidon und in Xenophons Apologie des Sokrates beschrieben.

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